Die innovativen Werkzeuge in SketchUp machen es einem leicht, selbst aufwändige 3D-Strukturen in kurzer Zeit zu erstellen. Trotzdem passiert es immer wieder, dass man kurz auf dem Schlauch steht, weil man partout nicht darauf kommt, wie man eine bestimmte Form am einfachsten zeichnen kann.
Ein typisches Beispiel dafür ist das Erstellen einer Kugel in SketchUp, was ich bereits in dem Workshop “Eine Kugel in Sketchup erstellen” erklärt habe.
Diesmal möchte ich einen massiven gebogenen Treppenaufgang bauen…
Solch eine Treppe lässt sich in wenigen Schritten fertigstellen. Der Detailgrad und die genauen Maße hängen natürlich vom jeweiligen Projekt ab – nach oben sind keine Grenzen gesetzt.
Ich zeichne eine runde Grundfläche (“Kreis”-Werkzeug) von 4m Radius und unterteile ein Viertel der Fläche in gleichmäßige Abschnitte. Diese Beispieltreppe soll nur eine Biegung von 90° erhalten.
Ich fasse mit dem Stift die magnetischen Griffe am Rand und ziehe eine Linie bis zum Mittelpunkt:
Die überflüssigen 3/4 des Kreises können gelöscht werden.
Nun entscheidet sich, wie viele Stufen die Treppen haben soll. Hier unterteile ich die vorhandenen Flächen noch einmal, in dem ich weitere Linien vom Mittelpunkt der Außenkanten zum Mittelpunkt des Kreises zeichne.
Im besten Falle sollte man sich natürlich schon vorher Gedanken über die erforderlichen Maße der Stufen machen und das SketchUp-Projekt entsprechend anlegen. Schließlich kann man in SketchUp millimetergenau arbeiten:
Mit dem “Drücken/Ziehen”-Tool ziehe ich die erste Stufe von 20cm Höhe:
Jede weitere Stufe wird zunächst an die vorherige angedockt. Anschließend zieht man die Stufe weitere 0,20m in die Höhe, was sich jetzt im “Abmessungen”-Fensterchen (unten rechts in Sketchup) ablesen lässt.
Am Ende sieht der gebogene Treppenaufgang, der durch seine 12 Stufen eine Höhe von 2.40m erreicht hat, so aus:
Noch hübsch texturiert reicht dieses simple 3D-Modell schon mal gut für symbolische Darstellungen, schnelle Demonstrationen und geniale Workshops wie diesem ;)
Das Prinzip sollte jetzt klar sein und der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Bis zur hochentwickelten Designer-Wendeltreppe sind es zwar noch ein paar Schritte, aber als nächste Übung könnten Sie sich ja mal an der folgenden Stufenkreation versuchen…
Wieder ein Kreis mit 4m Radius, diesmal entferne ich aber ein Stück aus der Mitte (2,50m). So bleibt eine 1,50m breite Ringfläche, die ich wieder gleichmäßig unterteile:
Ziehe ich nun ringsherum die Stufen hoch, erhalte ich ein turmartiges Treppenhaus, bei dem ich das “Mauerwerk” der obersten Stufen entferne, damit am Fuße der Treppe ein Zugang entsteht:
Entferne ich nun auch noch das Mauerwerk aller anderen Stufen, erhalte ich einen frei schwebenden Aufgang:
Ich empfehle, die Treppe – wie jedes gelungene Objekt – als Komponente in der SketchUp-Bibliothek abzuspeichern. Es ist immer gut, so etwas auf Lager zu haben.
Die Treppe lässt sich natürlich auch als Ganzes skalieren und somit auf die Schnelle an andere Strukturen anpassen.
Ist die Treppe nicht hoch genug? Einfach duplizieren und oben dranhängen.
Damit Sie sich meine Beispieltreppe auch mal in Natura (wenigstens visuell) ansehen können, Hier ist der Download der Sketch-Up Komponente. Sie können die Datei entweder mit SketchUp öffnen oder direkt im Ordner “Components” im SketchUp-Installationsverzeichnis einsortieren.
Viel Spaß damit und kommen Sie nicht ins Stolpern.