Die LC-A der russischen Firma Lomo ist bei näherer Betrachtung keine besonders gute Kamera. Sie ist unzuverlässig, die Linse ist aus Plastik und liefert meist völlig unberechenbare Ergebnisse. Die mit einer Lomo geknipsten Fotos haben recht viel Kontrast, übertriebene Farben und eine unübersehbare Vignette – eine Abdunkelung des Randes.
Wikipedia stellt ernüchternd fest: “Mit professioneller Fotografie hat Lomografie nichts zu tun.”
Das mag stimmen, dennoch gibt es längst eine Art professionelle Anti-Bewegung: Lomografie wird nicht nur wegen der originellen und irgendwie liebenswert unperfekten Bildergebnisse verehrt, Lomo ist auch das Sinnbild der Schnappschussfotografie, des unkontrollierten Schusses aus der Hüfte, des Knipsens, der Verweigerung an professionelle Konventionen wie Bildkomposition und dergleichen.
Inspiriert durch die Lomo-Eigenarten habe ich einige Photoshop-Annäherungen gewagt und diese als AktionenAutomatisierte Arbeitsabläufe werden in Photoshop “Aktionen” genannt aufgezeichnet…
…denn natürlich kann Photoshop das originale Lomo-Feeling nicht ersetzen. Aber es kann helfen, auch ohne Lomo-Kamera sehr interessante Ergebnisse zu erzielen, die zumindest stark an Lomo erinnern.
Meine Photoshop Aktionen verwandeln jedes Foto in ein Lomo-artiges Schmuckstück. Sogar leicht verwackelte Schnappschüsse lassen sich dadurch aufwerten! Gerade diese “fehlerhaften” Bilder machen ja den eigentlichen Reiz der Lomografie aus.
Wer es noch etwas authentischer haben möchte, schnappt sich seine Taschenkamera und knipst einen Haufen Schnappschüsse ohne aufs Display zu blicken. Blind, nicht denken, einfach knipsen. Sehr schöne Resultate erzielt man auch, wenn man die Fotos quadratisch zuschneidet, bevor man die emaster Photoshop Aktionen darüber jagt.
Der Download enthält 4 Photoshop Aktionen. Obwohl ich persönlich mit den Resultaten sehr zufrieden bin, verstehen sich die Aktionen mehr als Anschauungsmaterial und Anregung.
Grundsätzlich kann man jedes Bild, gleich welchen Formates, verwenden. Das Original bleibt immer auf der untersten Ebene erhalten, dadurch lassen sich Original und Lomo-Variante direkt vergleichen.
Hier die vier unterschiedlichen Effekte im Vergleich zum Original:
Ich erläutere hier grob die 3 wesentlichen Bearbeitungsschritte der “Lomo_base” Aktion. Die genauen Parameter lassen sich im Aktionen-Fenster ablesen.
Die Vignette erzeuge ich mit dem Filter “Distort/Lens Correction”. Die Werte für Amount und Midpoint im Bereich “Vignette” stelle ich auf -100 / +60
Alternativ kann man auch mit dem Lasso-Werkzeug einen Bereich malen, schwarz füllen und die Ränder weichzeichnen. Ich bevorzuge aber das Verfahren mit dem “Lens Correction” Filter, da es meiner Meinung nach a) bessere Ergebnisse liefert, und b) weniger Arbeit macht.
Wie man den Filter nun einstellt, sollte man vom jeweiligen Motiv und dem eigenen Geschmack abhängig machen. Man kann den Filter auch mehrfach anwenden, wie ich es bei “Lomo_extreme” tue.
Um die Farbstimmung zu bearbeiten, ändere ich den Kontrast der Kanäle Rot und Grün um jeweils +50
Auch hier dienen meine Werte wieder nur als Anregung. Photoshop bietet schließlich zahllose Möglichkeiten, Fotos zu colorieren.
Jetzt wird es etwas geeky. Ich ändere den Bildmodus von RGB zu “Lab Color” und bearbeite den Kanal “Lightness” mit dem Filter “Sharpen/Unsharp Mask”.
Auch diese Methode lädt förmlich zu mehr oder weniger extremen Experimenten ein.
Danach wird wieder auf RGB zurückgeschaltet und das Fake-Lomo ist fertig.
Der Download ist eine Zip-Datei, die lediglich die Datei “emaster_Lomo.atn” und eine kleine “readme” enthält. Das Zip entpacken und die .atn über den Photoshop Aktionen-Dialog installieren. Die Aktionen wurden in CS4 erstellt, sollten aber auch auf anderen Photoshop-Version funktionieren.
Download: Lomografie – 4 Photoshop Aktionen
Das Zip darf auch weitergegeben werden, besser ist es aber, interessierte Leute hier zum Originalpost zu schicken. Alle hier gezeigten Fotos sind Eigentum von emaster.de, dürfen aber gerne für nicht-kommerzielle Zwecke weiterverwendet werden. Die genaue Lizenzierung lässt sich hier nachlesen.
Ich hoffe, dieser Artikel und die Photoshop Aktionen konnten auf dem Weg in die Lomografie die richtigen Weichen stellen.