Im Mai 2009 begann der schwedische Programmierer Markus Persson mit der Arbeit an Minecraft. Schon eine Woche später veröffentlichte er die erste Version seines Spiels. Heute, nur anderthalb Jahre später, ist der Mann Millionär. Für einen knappen Zehner haut er das Spiel raus, mehrere hunderttausend Käufer fanden sich bereits…
Und das – hier wird es richtig interessant – obwohl das Spiel bei weitem noch nicht fertiggestellt ist. Es befindet sich noch immer im Alpha-Status und kennt naturgemäß noch einige Bugs, besonders im Multiplayer-Modus. Auch die klassischen Prinzipien wie High-Score, Levelsprung und konkretes Spielziel fehlen. Minecraft lässt sich endlos spielen, der Spieler bestimmt all seine Handlung völlig ohne die Zwänge einer Dramaturgie… von ein paar hungrigen Monstern mal abgesehen.
Die oben erwähnten altbackenen Spielehersteller sollten Augen und Ohren weit aufsperren, denn Minecraft benötigt kein DRM, ellenlange Nutzerbedingungen, “Raubkopier-Warnungen” oder ähnliche verbraucherfeindliche Maßnahmen. In der zufällig generierten Welt von Minecraft ist der Kunde noch König. Mehr noch, wer heute 9,95 Euro für die Alpha-Version ausgibt (per PayPal), erwirbt gleichzeitig die endgültige Fassung inklusive aller jemals erscheinenden Erweiterungen.
Ich habe eine Fotostrecke über Minecraft zusammengestellt… Wer Probleme mit Spielsucht hat, sollte besser nicht weiterlesen…
Nachdem ich die gamescom hier auf emaster.de schon blind gelobt und einen Besuch dort empfohlen habe, möchte ich die Dinge wieder etwas gerade rücken.
Denn bei meinem Besuch der Kölner Messe für elektronische und interaktive Unterhaltung wurde mir schnell klar, dass ich mich mit der Lobhudelei zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte.
Von der glanzvollen Gamer-Party auf der einstigen Games Convention in Leipzig ist nichts mehr übrig!
Die gamescom 2010 in Köln wirkt halbherzig organisiert und irgendwie wie ein ganz billiger Abklatsch der GC…
Wie war das noch mal? Vor zwei Jahren riss Köln mit aller Macht ein Messeformat an sich, das Leipzig über jahrelange und durchaus gute Arbeit aufgebaut hatte. Dementsprechend brutal ging es zu zwischen den Parteien, man machte auch vor persönlichen Angriffen unterhalb der Gürtellinie nicht halt.
Doch dieser Kampf zwischen der alten Leipziger Games Convention und der neuen gamescom in Köln war schnell entschieden, die Führenden der Spieleindustrie hatten ihre Leipziger Zelte in Gedanken schon längst abgebrochen und an den Rhein verfrachtet, 2009 wurde die erste gamescom dann mit 245.000 Besuchern ein durchschlagender Erfolg.
Während das sächsische GC-Überbleibsel nur noch mäßig vor sich hindümpelt, startet die gamescom eine Neuauflage im Hochglanzformat mit eindeutigen Rekordambitionen. In zwei Wochen ist es also wieder soweit, und die weltgrößte Messe für Computerspiele öffnet ihre Pforten. Höchste Zeit also, sich mit einigen Eckdaten vertraut zu machen…
Hier weiterlesen: gamescom 2010 in Köln – Bald geht’s wieder los!