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Google Street View schaltet deutsche Städte frei!

Jetzt aber! Die bedeutendsten deutschen Großstädte, darunter auch meine, sind nun doch in Google’s verklagtem Karten-Service Street View zu sehen. Und schon gibt es erste Skandale…

Als ich hörte, dass meine Stadt nun auch für jeden Straßenräuber und Oma-Erschrecker frei im bösen Internet zugänglich ist, habe ich mich natürlich sofort mal bei mir im virtuellen Viertel umgesehen.

Auf der Suche nach echten Street-View-Verbrechen wurde ich – natürlich – prompt fündig! Es ist einfach beschämend, dass diesen unsittlichen 360°-Fotografen immer noch solche Fehler passieren.

Hier eine kleine Sammlung des Street-View-Schreckens, alles innerhalb zweier Minuten entdeckt…

Böse Street-View-Pannen sorgen für Aufregung!

  1. Es herrscht bedeckter Himmel in meiner Stadt! So geht das nicht! Das Wetter hier ist immer viel besser als man landesweit glaubt. Wirklich!
  2. Das Einbahnstraßenschild an der Ecke ist zensiert, unkenntlich gemacht! Skandal! Ganz schlimme Verkehrsunfälle sind vorprogrammiert!
  3. Da! Ich hatte es immer schon geahnt! Das Postauto steht im absoluten Halteverbot! Google zeigt ganz öffentlich Verbrechen an der Straßenverkehrsordnung!
  4. Ich war doch froh, meine alte Karre endlich verschrottet zu haben! Doch in Street-View sehe ich die Kiste plötzlich wieder, öffentlichen Parkraum einnehmend! Das regt mich auf!
  5. Die “Ich liebe und vermisse dich”-Kritzelei auf der Straße ist beschämend für alle Einwohner dieser Stadt und sollte ausgelöscht werden! Ordnung und Sauberkeit, jawohl!
  6. In meiner Nachbarschaft gibt es ein unkenntlich gemachtes Haus! Diese neblige Lücke zieht nun automatisch alle Blicke auf sich und treibt fremde Fototouristen in mein Viertel!

Für mich ist der Fall klar: In all diesen Punkten sollte Google dringend nachbessern, sonst hagelt es Klagen.

Nachsatz

Für alle, die den sarkastischen Ton dieses Artikels nicht richtig verstanden haben, hier die Auflösung. So ist mein 360°-Blick auf Google Street-View wirklich:

Ich gehöre nicht zu den 244.000 Verirrten, die gegen die Veröffentlichung ihrer Hausfassaden, und seien sie noch so hässlich, im Kartenservice Street-View Einspruch erhoben haben.

Ich finde tatsächlich, dass das Wetter hier gar nicht so schlecht ist, der locker bewölkte Himmel passt aber trotzdem ganz gut. Das zensierte Schild ist für mich ein Beweis dafür, dass das automatisierte Verfahren zum Auslöschen von Nummernschildern und Gesichtern besser funktioniert als es muss.

Über das Postauto habe ich ganz einfach nur herzhaft gelacht, denn es war das erste was ich beim Betreten meiner Straße sah. Ich habe mich auch darüber gefreut, mein wunderschönes altes Auto (seit über einem Jahr verschrottet) nun auf immer und ewig in Street-View verewigt zu wissen.

Die Liebeserklärung auf der Straße wurde längst vom Regen und der Straßenreinigung entfernt, doch in Street-View bleibt dieses rührende Zeitzeugnis noch etwas länger erhalten (Hoffentlich besteht auch die Liebe noch).

Das unkenntliche Haus finde ich einfach nur peinlich. Hätte sich der Besitzer vorher mal genauer informiert und Street-View selber benutzt, wäre ihm die Kontraproduktivität der Löschmaßnahme praktisch ins Auge gefallen. Kein Wunder, dass die Nebelhäuser zur Fototouristenattraktion werden.

Ich persönlich hoffe, dass die angeblichen Skandale um Google Street-View nun bald ebenso der Vergangenheit angehören, wie das Street-View-Fotomaterial. Alle sollten sich wieder beruhigen und sich etwas mehr anstrengen. In diesem Sinne, fröhlichen virtuellen Stadtrundgang.

Kategorie: Randnotiz
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Veröffentlicht am 18.11.2010 von admin | 1 Kommentar

Ein Kommentar zu “Google Street View schaltet deutsche Städte frei!”

  1. Steffi Schulz am 23.November 2010 um 15:05

    Ich stimme Dir vollkommen zu!!!!

    Liebe Grüße…

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