Im Mai 2009 begann der schwedische Programmierer Markus Persson mit der Arbeit an Minecraft. Schon eine Woche später veröffentlichte er die erste Version seines Spiels. Heute, nur anderthalb Jahre später, ist der Mann Millionär. Für einen knappen Zehner haut er das Spiel raus, mehrere hunderttausend Käufer fanden sich bereits…
Und das – hier wird es richtig interessant – obwohl das Spiel bei weitem noch nicht fertiggestellt ist. Es befindet sich noch immer im Alpha-Status und kennt naturgemäß noch einige Bugs, besonders im Multiplayer-Modus. Auch die klassischen Prinzipien wie High-Score, Levelsprung und konkretes Spielziel fehlen. Minecraft lässt sich endlos spielen, der Spieler bestimmt all seine Handlung völlig ohne die Zwänge einer Dramaturgie… von ein paar hungrigen Monstern mal abgesehen.
Die oben erwähnten altbackenen Spielehersteller sollten Augen und Ohren weit aufsperren, denn Minecraft benötigt kein DRM, ellenlange Nutzerbedingungen, “Raubkopier-Warnungen” oder ähnliche verbraucherfeindliche Maßnahmen. In der zufällig generierten Welt von Minecraft ist der Kunde noch König. Mehr noch, wer heute 9,95 Euro für die Alpha-Version ausgibt (per PayPal), erwirbt gleichzeitig die endgültige Fassung inklusive aller jemals erscheinenden Erweiterungen.
Ich habe eine Fotostrecke über Minecraft zusammengestellt… Wer Probleme mit Spielsucht hat, sollte besser nicht weiterlesen…
Schaffe, schaffe, Häusle (Mine) baue. Und nachts besser nicht vor die Tür gehen. So ungefähr lässt sich Minecraft beschreiben.
Ein äußerst simples und dennoch ausgeklügeltes System ermöglicht es einem, Ressourcen zu sammeln, unterschiedliche Blöcke zu platzieren (und damit ganze Gebäude zu bauen), Werkzeuge und Waffen herzustellen und dabei jede Menge Spaß zu haben. Dabei besteht alles in Minecraft’s riesiger Welt nur aus gleichgroßen Würfeln, alles sieht aus wie in Spielen der frühen 90er Jahre.
Unter den schlichten Texturen verbirgt sich aber ein äußerst packendes Spielsystem, die eckige Quader-Welt stellt sich schon nach wenigen Minuten als liebenswert, faszinierend und sinnvoll heraus. Wer braucht schon Anti-Aliasing und 3D-Sonstwas-Shader?
Üppige Wälder, steile Berge, schöne Strände… die Landschaft in Minecraft ist sehr reichhaltig. Jede Karte wird bei Spielbeginn zufallsgeneriert, es gibt sie kein zweites Mal.
Die Spielwelt in Minecraft ist absolut gigantisch groß und voller Ressourcen, die darauf warten, abgebaut zu werden.
Aus den Ressourcen wiederum lassen sich Werkzeuge, Waffen und weitere Gegenstände herstellen.
Auch Schneelandschaften gibt es in Minecraft, leider aber momentan nur in Schnee-Welten. Jahreszeiten stehen aber auf Notchs Agenda.
Ärgster Gegner in Minecraft ist aber die Nacht! Mit ihr erscheinen zahlreiche fiese Gegner, knurrende Zombies, hungrige Riesenspinnen, Skelett-Bogenschützen und die besonders gefürchteten Creeper. Diese grünen Sprengwürmer haben notorisch schlechte Laune, nähern sich geräuschlos und jagen sich dann selbst in die Luft, wobei sie nicht nur einen großen Krater in der Landschaft hinterlassen, sondern den Spieler gleich mit ins Verderben reißen.
Besonders schmerzlich wird jedes “Game Over” dadurch, dass der Avatar all sein Inventar verliert und am ersten Spawnpunkt wieder ins Leben gerufen wird. Wer allerdings schnell rennt, kann seine verlorenen Kostbarkeiten am Unglücksort wieder einsammeln – es sei denn, weitere Monster machen einen Strich durch die Rechnung.
Wird man entdeckt, und das passiert äußerst schnell, hilft nur noch die Flucht in ein sicheres Versteck, das man sich gleich am ersten Tag bauen sollte.
Am zweiten Tag sollte man Ressourcen sammeln, um daraus Werkzeuge herzustellen. Nach und nach vergrößert sich dann die eigene Zuflucht und man kann immer ausgiebigere Expeditionen unternehmen. Besonders natürlich in tiefe, dunkle, gefährliche Höhlen. Denn je tiefer man gräbt, desto wertvoller werden die Ressourcen: Kohle, Eisen, Gold, Diamand und vor allem Rotstein, aus dem sich in Minecraft sogar elektrische Schaltkreisläufe erstellen lassen…
Fazit
Unter all den hochglanzpolierten Computerspielen heutiger Zeit blitzt das unabhängig entwickelte Spiel Minecraft wie ein Rohdiamant hervor.
Minecraft ist dabei kein fertiges Spiel, es ist immer noch Alpha, doch das merkt man eigentlich nicht. Das packende Spielprinzip lässt selbst grafik-verwöhnte Action-Adventure Zocker nicht mehr los. Bedenkt man, welche Vielfalt an Ideen und Weiterentwicklungen noch auf die Realisierung warten, lässt dies auf eine großartige Zukunft hoffen.
Mit Minecraft macht das bauen mit Klötzchen wieder Spaß!
Und sobald Markus Persson auch den Multiplayer-Modus – der momentan für ernsthafte Projekte nicht zu gebrauchen ist – in den Griff bekommt, dürfte sich Minecraft zu einem echten Kracher entwickeln.
Einen Kracher allerdings, bei dem es nur zwei Seiten gibt, den Entwickler und den Spieler. Unabhängig, frei, kreativ.
Links:
Die Minecraft Homepage: minecraft.net
Umfangreiche Hilfe: Minepedia
Blog des Entwicklers Notch: World of Notch