Hatten Sie noch bis vor kurzem geglaubt, der anhaltende Preissturz bei Flatscreen-Monitoren würde dafür sorgen, dass sich auch die standardmäßig verwendete Bildschirmauflösung nach oben schrauben würde, so sind Sie auf dem Holzweg.
Diese Thematik ist für Webdesigner besonders interessant.
Denn bei der Entwicklung einer Webseite darf eine gewisse Breite nicht überschritten werden, um sicher zu stellen, dass die Seite auf möglichst vielen (auch kleineren) Bildschirmen angezeigt werden kann.
Diese allgegenwärtige und international gebräuchliche Auflösung beträgt 1024 Pixel in der Breite, was der Standardauflösung eines 17″ Monitors entspricht.
Und dank Aldi wird es auch noch lange dabei bleiben…
Seit heute bietet der Discounter Aldi deutschlandweit ein so genanntes Netbook (besonders kleiner und tragbarer Computer), zu einem Preis von € 399,- an.
Im Grunde kann man mit solchen Kleinrechnern nicht viel anfangen, sie eignen sich fast ausschließlich fürs Surfen und für rudimentäre Aufgaben.
Dabei sind Netbooks aufgrund ihrer Größe zwar leicht zu transportieren, aber ansonsten nicht sehr komfortabel zu bedienen – was sich besonders in dem sehr kleinen Monitor wiederspiegelt.
Die Nachfrage nach trendiger Kleinelektronik ist aber ungebrochen und natürlich möchte Aldi einen Teil von dem Kuchen abbekommen.
Wenn ich 400 Euro für ein Spielzeug übrig hätte, würde ich sicher auch versuchen, mir Aldis Netbook zu ergattern.
Denn die technischen Angaben und Vorabtests sprechen eindeutig für die Qualität des Netbooks “Medion Akoya Mini“.
Netbooks sind erst seit etwa einem halben Jahr in Deutschland erhältlich und Medion/Aldi hat bereits aus den Schwächen der Konkurrenzmodelle gelernt.
Im Vergleich zu Konkurrenten wie dem “Asus Eee PC 701″ bietet das Akoya Mini folgende Vorzüge:
…nicht zu vergessen der 10″ Bildschirm mit einer Auflösung von 1024 x 600 Pixeln, auf dem Webseiten in voller Breite dargestellt werden.
Die Branche hat eine erfolgversprechende Nische gefunden. Über die nächsten Monate werden weitere Hersteller auf den Zug aufspringen und preiswerte “Taschenrechner” anbieten.
Für Betreiber und Designer von Webseiten bedeutet dies, dass auf keinen Fall Experimente mit breiteren Layouts gewagt werden sollten.
Es sei denn, solch ein breites Layout ist aus künstlerischen Gründen so gewollt, wie etwa auf meiner Webseite h-master.de…
Die große Nachfrage nach Netbooks sorgt also dafür, dass die Breite Ihrer Webseite die magische 1024-Grenze nicht überschreiten sollte.
Genaugenommen zieht man sogar noch den Platz für den Scrollbalken ab und lässt außerdem noch etwas Luft.
Gestalten Sie Ihr Layout am besten mit einer maximalen Breite von 990 Pixeln. Damit sind Sie stets auf der sicheren Seite.
Die Frage ist ja auch, ob breitere Layouts überhaupt sinnvoll sind. Kann der Inhalt auf solch überdurchschnittlich breiten Webseiten überhaupt noch zielgerichtet an die Leser gebracht werden?
Ein flexibles Layout, das sich der Bildschirmbreite anpasst, könnte auch eine Lösung sein.
Allerdings sehen solche Webseiten auf großen Monitoren, wie gerade von vielen Profis benutzt, meist sehr zerklüftet und unerotisch aus. Das ist vielleicht Geschmackssache, ich für meinen Teil mag flexible Layouts nicht besonders.
Ein weiterer Nachteil ist, dass sich einzelne Elemente der Seite auf besonders kleinen Monitoren hässlich überlagern können, womit die ganze Seite unbrauchbar wird…
Sollten Sie es nicht geschafft haben, sich eines der Aldi-Netbooks zu sichern, da Sie sich nicht gern an Schlägereien beteiligen, besteht trotzdem noch Hoffnung:
Der taiwanesische Hersteller des Akoya Mini, MSI, bringt nämlich im August das gleiche Modell unter dem Namen “Wind U100″ auf den Markt – fürs gleiche Geld, dafür aber sogar mit eingebautem Bluetooth-Empfänger, den man bei Aldis Netbook noch dazukaufen muss.
Übrigens wird das kleine Ding von Windows XP angetrieben, dem Betriebssystem, das Microsoft so gern loswerden möchte, es aber einfach nicht schafft.
Und an alle Webdesigner: Vergesst eure breiten Layouts und bleibt bei den guten alten 1024 (990) Pixeln! An diesem Standard wird sich noch lange nichts ändern…