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rend sich die Welt ganz auf den “Large Hadron Collider” konzentrierte und darüber sinnierte, wie “die größte Maschine aller Zeiten” unsere Zukunft beeinflussen könnte, machte ein Team von Forschern des Landesmuseums Hannover in einem Sandsteinbruch bei Obernkirchen in Niedersachsen eine Entdeckung, die tief in die Erdgeschichte zurückblicken lässt.
Es ist eine paläontologische Weltsensation!
Erstmals wurden auf dem europäischen Kontinent Fußabdrücke von Velociraptoren gefunden, relativ kleinen fleischfressenden Dinosauriern, die vor rund 80 Millionen Jahren auf der Erde lebten und später durch die “Jurassic Park” Bücher und Filme große Berühmtheit erlangten.
Bislang waren diese und verwandte Saurierarten nur in China/Mongolei, Utah, Korea und im Niger gefunden worden, wo man sie bisher für einzigartig hielt. Damit ist es jetzt vorbei, denn die “Velis” fühlten sich offensichtlich auch sehr wohl in Europa.
Der jüngste Fund stellt die Fachwelt aber noch aus weiteren Gründen auf den Kopf…
Da dürften die Korken geknallt haben, als man sich des Umfangs der niedersächsischen Funde bewusst wurde.
Auf einer Fläche von 2.000 Quadratmetern wurden Fußabdrücke von fünf bis sechs Saurierarten entdeckt, die die Funde aller bisherigen Grabungen in den Schatten stellen.
Es war auch für die Ausgräber eine absolute Überraschung, als zwischen all den versteinerten Stampfern auch die charakteristischen Spuren von Raptoren auftauchten.
Sogar der einzigartige Abdruck eines stehenden Tieres konnte ans Tageslicht befördert werden!
Eine weitere Sensation sind die Fährten zweier Herden von Iguanodons – einer in Europa sehr weit verbreiteten Art großer Pflanzenfresser – die offenbar nebeneinander her trotteten.
Diese Spuren liefern den Nachweis über das soziale Rudelverhalten dieser Tiere, die außerdem im Familienverband unterwegs waren.
Die Vorstellung, Dinosaurier seien sehr dumme Geschöpfe gewesen, gilt schon seit längerem als überholt. Dinosaurier waren neben den Säugetieren die erfolgreichste Spezies auf Erden.
Ganz nebenbei spuckte der Obernkirchener Steinbruch auch noch Spuren von Allosauriern aus, die den friedlichen Iguanodons das Leben schwer gemacht haben dürften – wenn sie denn zur gleichen Zeit gelebt hätten.
Allosaurier waren beinahe so groß wie der bekannte T-Rex, hatten aber einen schlankeren Körperbau. Diese großen Raubsaurier, von denen man annimmt, dass sie im Rudel jagten (mein Gott, stellen Sie sich das mal bildlich vor!), waren die dominierenden Jäger der Jurazeit. Iguanodons lebten “etwas” später, in der Kreidezeit.
Die niedersächsischen Allo-Spuren sind jedenfalls von bedeutender Qualität, sie sind einzigartig auf der Welt.
In näherer Zukunft wollen sich die Forscher mit der Frage befassen, wie die Szenerie im Steinbruch zu Zeiten von Raptor & Co wohl ausgesehen haben mag.
Man geht davon aus, dass sich die Tiere hier an einer Lagune versammelten und im Schutz der Herde ihren Dingen nachgingen.
Es wurden bereits Forscher aus aller Welt nach Hannover eingeladen, um auf einem Symposium den spektakulären Saurierfund näher zu beleuchten.
Es bleibt zu hoffen, dass dann auch endlich bessere Fotos und Dokumentationen veröffentlicht werden, die auch für nicht-akkreditierte Saurierfans zugänglich sind!
Die Webseite des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover befindet sich momentan leider noch dort, wo sie auf keinen Fall hingehört: Im bildungsfernen Mesozoikum.
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